Wie werden O-Ringe bemaßt?

O-Ringe aus Gummi sind in einem Spritz- oder Presswerkzeug hergestellte geschlossene Ringe, die über einen kreisrunden Querschnitt verfügen und aus einem gummielastischen Werkstoff, sogenannten Elastomeren wie EPDM, NBR, FPM u.a. hergestellt werden. Sie werden in der Regel in Standardgrößen aus verfügbaren Werkzeugen hergestellt und mit Innendurchmesser (d1) x Schnurstärke beziehungsweise Schnurdurchmesser (d2) bemaßt. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, Sondergrößen nach Kundenwunsch für Spezialanwendungen herzustellen. 

Standards und Normen bei den O-Ring-Größen

Die Größenvariationen sind vielfältig und reichen von Schnurstärken im Zehntelmillimeter-Bereich, zum Beispiel beim Einsatz in der Uhrenherstellung bis hin zu O-Ringen für Röhren- und Leitungskonstruktionen mit Innendurchmessern im Meterbereich - für Dichtungsanwendungen in Kernreaktoren können sie mehr als zehn Meter betragen. 

Die Toleranzen der O-Ring-Abmessungen sind in der gültigen Norm ISO 3601-1 für verschiedene Anwendungsbereiche (Fluidtechnik, Industrie, Luft- und Raumfahrttechnik) definiert. Das Toleranzberechnungsprogramm für Oringe berechnet die Toleranzen für Innendurchmesser und Schnurstärke von O-Ringen in Industrieanwendungen anhand der in der ISO 3601-1 geltenden Berechnungsformeln.

Die Dichtfunktion und Montierbarkeit von O-Ringen aus Gummi sind insbesondere abhängig von den Toleranzen der Schnurstärke und der Einbauräume, welche beispielsweise mit Online-Tools berechnet werden können. 

Schwankungen bei den Maßen von O-Ringen

Maßschwankungen bei O-Ringen sind nur zum Teil herstellungsbedingt. Eine der möglichen Ursachen liegt in Werkzeugtemperatur-Schwankungen beim Vulkanisationsvorgang. Auch Abweichungen im Schwundverhalten des Kautschuks und anderen Bestandteilen der Materialmischung sorgen für Schwankungen bei den Maßen. Sowohl Werkzeugversatz als auch eine zu starke oder zu geringe Entgratung beeinflussen die Schnurstärke, eines der wichtigsten Funktionsmaße von O-Ringen.

Einen präzisen Aufschluss darüber liefert nur eine berührungslose bzw. zerstörungsfreie Maßprüfung des O-Ring-Querschnitts. Dies gilt für den Schnurdurchmesser genauso wie für den Innendurchmesser. Althergebrachte Messungen mittels Stufendornen und konischen Messdornen sind heute nicht mehr Stand der Technik. Mit der Verwendung opto-elektronischer Mess- und Sortiereinrichtungen lassen sich genaue Daten und zahlreiche qualitätsrelevante Parameter auswerten. Auf diese Weise sind präzise Messungen und eine Sortierung möglich, die nach vorher klar festgelegten Merkmalen durchgeführt werden kann. 

Form- und Oberflächenabweichungen sind in der ISO 3601-3 klar definiert. Gut- und Schlechtteile lassen sich so exakt voneinander trennen und auch die strengen Anforderungen der Auftraggeber in Bezug auf Fehlerraten (ppm) können erfüllt werden.

Erfahrungen & Bewertungen zu Kremer GmbH
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