Anwendungsbeispiel

Die Nut muss passen! Eine Schadensanalyse zu O-Ringen aus Krevolast®

Um die optimale Funktionsfähigkeit eines O-Ringes zu gewährleisten, kann es von Bedeutung sein, bereits bei der Anfrage der Dichtringe Informationen zur Verbausituation zu erhalten.

Undichte Rohrleitungskupplungen:

Die Eignung der Nut ist für die Funktionsfähigkeit des O-Ringes von wesentlicher Bedeutung. Ist die Dimensionierung der Nut zu klein, wird der Ring unverhältnismäßig stark belastet. Es kann zu Materialverformungen und Materialbeschädigungen kommen, die die Funktion der elastischen O-Ring-Dichtung versagen lässt. 

Das Problem

Bei Inbetriebnahme einer Anlage mit Rohrleitung für heiße und aggressive Medien wurden O-Ringe aus Krevolast S8HT330®, einem FFPM-Werkstoff verwendet. Der Kunde reklamierte zunächst die Maßhaltigkeit der gelieferten O-Ringe. Die O-Ringe waren stark verformt und sowohl am Innen- und am Außendurchmesser waren Ausfransungen des Materials zu erkennen. Die Dichtwirkung, gerade bei den hohen Temperaturen bis 330°C, war nicht mehr gegeben. 

Die Lösung

Eine Nutüberfüllung war die Ursache für die Verformung und die mechanische Beschädigung der O-Ringe. Die Vermessung der O-Ring Nut, die sich aus zwei Dreiecksquerschnitten zusammensetzte, ergab, dass der Nutquerschnitt kleiner war als der des O-Ringes. Den verformten Querschnitten der reklamierten O-Ringen zufolge wurde die Kupplung bis zum mechanischen Anschlag zusammen geschraubt (Krafthauptschluss). Bei Erreichen einer vollständig gefüllten Nut wurde der überschüssige Materialanteil der O-Ringe in den immer kleiner werden Spalt gequetscht. Unter Einwirkung von Druck und Temperatur wurde das Material dann letztlich im Einsatz zerstört.

Die Kupplung hätte mit einem Drehmomentschlüssel verschraubt werden müssen, um feststellen zu können, wann die Nut gefüllt ist. Aber auch hier ist das Problem des Krafthauptschlusses nicht gelöst, denn bei zunehmender Betriebsdauer verliert der O-Ring an Dichtwirkung aufgrund Spannungsrelaxation. 

Wir empfehlen folgende Vorgehensweise

  • Exakte Nut-Einbauberechnung
  • Kurze Beschreibung des Einbauzweckes, damit auch die Techniker bei Kremer zweckgebunden kontrollieren und optimieren können.